Unseren Ängsten begegnen
Angst vor der Angst haben, kennst du das? Ich durfte während meiner Ausbildung zum Journey Practitioner lernen, meine Ängste zu begrüssen und sie auszuhalten. Anfangs dachte ich immer: Angst? Ich doch nicht. Bis ich realisiert habe, dass ich so blockiert war, dass ich meine Angst gar nicht wahrnehmen konnte.
So war es für mich ein Riesengeschenk, als ich einmal nach einer emotionalen Massagetherapie eine Panikattacke hatte. Ich war Gott sei Dank in guten Händen und hatte endlich das Gefühl, jetzt spüre ich, was da in mir los ist. Bis dahin hatte ich gar keinen Zugang zu meinen Ängsten und sie steuerten mich unbewusst. Das war Saboteur-Überlebensmodus vom Feinsten.
Seither weiss ich: Sag JA zu deiner Angst und gib ihr dein OK und frage dich immer wieder, was liegt noch darunter. Unsere Ängste wollen gefühlt und angenommen werden. Sie kommen nicht, um uns zu schwächen, sondern weil unser verletztes inneres Kind Schutz sucht.
Liebevolle Annahme bedeutet, sich für die Angst zu öffnen und ihr zu begegnen, wie einem Kind, das erschrocken ist und erst dann ruhiger wird, wenn jemand sagt: „Ich bin da.“
Wenn wir aufhören, gegen unsere Angst zu kämpfen,
verliert sie ihre Bedrohlichkeit und wird weicher. Und wir auch.
Aus innerem Widerstand wird Annahme. Man könnte auch sagen, Beziehung.
Aus Enge wird Raum.
Im letzten Jahr durfte ich Mitautorin sein in einem Buch zum Thema Angst. Vielleicht magst du es lesen.
Ängste aus Sicht der positiven Intelligenz
Die Angst zeigt sich dann, wenn innere Schutzmechanismen (Saboteure) übernehmen.
Sie meinen es gut, arbeiten jedoch mit alten Strategien:
Kontrolle/Angst die Kontrolle zu verlieren
Rückzug/Angst vor Schmerz
Perfektion/Angst Fehler zu machen
Anpassung/Angst nicht gut genug zu sein
Liebevolle Annahme ist der Moment, in dem du nicht gegen diese inneren Stimmen kämpfst,
sondern in deine weise, ruhige Präsenz wechselst.
Du sagst innerlich nicht: „Hör auf, Angst zu haben.“
sondern:
„Ich sehe dich. Du darfst da sein und ich entscheide jetzt aus Ruhe.“
Das Nervensystem entspannt sich. Der Alarmmodus weicht.
Die innere Weisheit übernimmt wieder die Führung. So wird Angst nicht verdrängt,
sondern integriert. Und genau dort beginnt Heilung
Mini-Körperritual: Die Angst in die Arme nehmen
Lege eine Hand auf dein Herz,
die andere auf deinen Bauch.
Atme ruhig ein.
Beim Ausatmen sage innerlich:
„Ich begegne mir liebevoll.“
Stelle dir vor,
du würdest deine Angst sanft umarmen:
Bleibe für drei Atemzüge.
Wenn du innerlich sagst:
„Du darfst da sein
und ich bleibe trotzdem handlungsfähig.“
dann geschieht etwas Entscheidendes:
Die Angst verliert ihre Führungsrolle.
Deine innere Weisheit übernimmt wieder.
Schreibimpuls: was meine Angst mir anvertraut
Beginne mit dem Satz:
- „Wenn ich meiner Angst liebevoll zuhöre, erzählt sie mir …“
Schreibe langsam. Lass Pausen zu. Vielleicht antwortest du am Ende mit:
„Und ich halte dich, indem ich …“
Ein sanfter Gedanke zum Mitnehmen:
- Angst ist kein Zeichen von Schwäche,
- sondern ein Zeichen von Sensibilität, von Tiefe, von Leben.
Wenn du lernst, ihr liebevoll zu begegnen, wird sie von der Gegnerin zur Wegweiserin.
Gerne kannst du noch bis zum 6. Januar in meinem Adventskalender stöbern und das eine oder andere Lichtwort geniessen.
Hier noch einmal der Link zum Buch: Mutprobe Angst
Danke herzlich für eure bisherigen Rückmeldungen und Kommentare zu meinen Lichtworten.
Alles Liebe, von Herzen
Deine Isabelle – Die Poetin.
Eine Antwort
Liebe Isabelle
Ich bedanke mich bei dir herzlichst für diesen wunderschönen, einfühlsamen und wertvollen Adventskalender. Jeden Tag habe ich mich auf die neue Botschaft und die interessanten Infos gefreut. Du hast mir damit viel Freude gemacht. Du machst sehr wertvolle Arbeit und greifst viele Themen auf.
UND ich freue mich natürlich sehr, dass ich sogar den HAUPTPREIS gewonnen habe, damit habe ich nicht gerechnet.
Ich weiss noch nicht genau, was ich im Moment am besten gebrauchen könnte. Wie sollen wir vorgehen?
Was ich mit meiner besten Freundin gerne mal machen möchte, wäre am 19.02.26 in die LIVE Schreibwerkstatt kommen, aber diese Teilnahme würden wir selbstverständlich bezahlen, falls du noch freie Plätze hast?
Ich freue mich, wieder von dir zu hören und wünsche dir noch schöne Tage mit dem schönen, weissen Zuckerguss draussen.
Mit lieben Grüssen
Martha